Sooo... mal ein Tutorial für Nähfans uns solche, die es werden
wollen. Ich erklär euch wie man einen (meiner Meinung nach) sehr schönen
Rock aus einer alten Jeans (oder anderen Hose) nähen kann.
Zunächst mal: Für Anfänger würde ich empfehlen
das ganze per Hand zu nähen, da fester Jeansstoff für Nähmaschinenanfänger
eine echte Herausforderung sein kann - übrigens auch für die
Nadeln xD Um mit der Hand zu nähen muss man nur einen einfachen Stich
beherrschen, den man von der "Vorderseite" kaum sieht.
Erklärung zum Stich mit einem sehr miesen Beispielbild:
Die beige Fläche ist die "Rückseite", d.h. die Seite auf
der man die Naht sehen kann. Auf der Vorderseite sieht man sie dann kaum
noch ;)
Der rote Punkt auf den der lustige blaue Pfeil zeigt ist der erste
Einstich - die Nadel wird also von der Rückseite zur Vorderseite durchgestochen.
Dann folgt ein kurzer "Rückwärtsstich", d.h. ihr stecht die Nadel
1-2
mm gegen die Nahtrichtung wieder von der Vorder- zur Rückseite
(durch den kurzen roten Bogen dargestellt).
Dann folgt ein relativ großer Stich auf der Rückseite in
Nährichtung, mit dem grünen Bogen dargestellt, dann wieder
ein kurzer Rückwärtsstich usw.
Wer da jetzt durchgeblickt hat ist 1. toll und hat 2. wohl festgestellt,
dass auf der Vorderseite nur die kurzen Stiche zu sehen sind, d.h. die
Naht ist praktisch unsichtbar (es sei denn man benutzt leuchtend pinkes
Nähgarn, davon würde ich aber abraten *g*)
Nachtrag: für alle die ich mit meiner Erklärung verwirrt habe... der Stich heißt tatsächlich Rückstich und wird bei Natron&Soda (genauer= hier) erklärt. Da findet ihr auch noch andere hilfreiche Tips ;)
Weiter geht es mit unserem eigentlichen Ausgangspunkt - einer Hose.
Es eignen sich alle möglichen Arten von Hosen, wichtig ist nur dass
sie euch gut passen. Ein bisschen zu weit ist in Ordnung, da Röcke
generell etwas lockerer sitzen können als Hosen - zu eng stellt ein
Problem dar ;)
Zunächst mal wird die Hose ca. auf Knielänge abgeschnitten,
je nachdem wie lang der Rock werden soll. Dann werden die Innennähte
und die Naht im Schritt aufgetrennt, an der Vorderseite so weit wie möglich
(also bis kurz vor den Reißverschluss), an der Rückseite muss
man einfach schauen wie's am besten klappt - Erklärung dazu kommt
nochmal im nächsten Schritt, erstmal ein tolles Bild zur Verdeutlichung:
Wenn die Nähte aufgetrennt sind kann man eins der Hosenbeine über
das andere klappen, das sieht dann ungefähr so aus:
Die vorher aufgetrennten Nähte sind hier rot markiert.
Nochmal zur Rückseite: Je nachdem wie die Hose geschnitten ist
muss man hier die Naht sehr weit auftrennen damit der Rock gerade wird
und keine Beule entsteht.Meiner Meinung nach ist es am einfachsten wenn
man die Naht komplett bis zum Hosenbund auftrennt und dann neu zusammennäht.
Wenn man die Hose in die oben gezeigte Form gebracht hat sieht man schon
langsam was es werden soll - der ganze Spaß wird jetzt also erstmal
festgesteckt, evtl schonmal anprobiert um die Länge und Weite zu überprüfen
und dann zusammengenäht. Dabei zeigt sich der Vorteil der unauffälligen
Naht ;)
Nun stört noch die kleine Lücke - dafür nimmt man ein
passendes Stück Jeans, das man aus den abgeschnittenen Hosenbeinen
rausschneiden kann und näht dieses ein.
Dabei kann man zunächst entscheiden ob man das Stück links
auf rechts (dabei kann der Stoff noch ausfransen, gibt einen schönen
Effekt) oder rechts auf rechts (man bekommt eine "saubere" Naht) einnähen
will.
OK, das Vergleichsbild bringt rein gar nichts, es zeigt nur nochmal
die zwei Möglichekeiten auf - links die Variante links auf rechts
mit relativ unauffälligen Nähten, rechts im Gegensatz dazu rechts
auf rechts, wobei die durchgezogenen blauen Linien die unsichtbare Naht
sind
Wenn man hinten und vorne ein Stoffstück eingenäht hat ist man auch schon so gut wie fertig mit dem Rock - man kann jetzt noch unten einen Saum umklappen und festnähen, oder einfach eine relativ gerade Naht ca. einen cm unter die Schnittkante setzen, damit der Stoff nicht zu weit ausfransen kann.
Wer einen ganz schlichten Rock nähen will kann an dieser Stelle aufhören und sich am Ergebniss erfreuen - experimentierfreudige Leute können mit verschiedenen Varienten weitermachen ;)
Man kann z.B.